Dachabdichtung

Die Kunststoffbahnen als Dachabdichtung schützen die Konstruktion vor Niederschlagswasser und spielen dabei ihre Stärken in punkto UV- und Temperaturbeständigkeit sowohl bei niedrigen als auch sehr hohen Temperaturen voll aus. Sie erzeugen ihre Wassersperrende Wirkung durch Ihren Bahnenquerschnitt selbst und können deshalb einlagig verlegt werden. Sorgfältige Naht- und Anschlussverbindungen sind dementsprechend besonders wichtig. Die Nahtverbindung der Kunststoffbahnen untereinander erfolgt durch verschiedene Fügetechniken. Am häufigsten kommt das Heißluftschweißen zum Einsatz. Daneben kann die Verbindung auch mit Hilfe eines Quellschweißmittels oder mit vorgefertigten Dichträndern hergestellt werden.

Als Folge der europäischen Harmonisierung und dem Bestreben das bewährte deutsche Qualitätsniveau zu erhalten, verteilen sich die normativen Anforderungen an Kunststoffdachabdichtungsbahnen auf Produkt-, Anwendungs- und Konstruktionsnormen.

Als Produktnorm für Kunststoff- und Elastomerbahnen gilt die DIN EN 13956, in der jedoch kaum Grenzwerte festgelegt werden. Entsprechend wurden in der DIN SPEC 20000-201 Mindestanforderungen an Abdichtungsbahnen festgelegt. Die Konstruktionsnorm DIN 18531 "Dachabdichtungen - Abdichtungen für nicht genutzte Dächer" legt unter anderem allgemeine Eigenschaften sowie die Arten der Beanspruchung für eine Dachabdichtung fest. Entsprechend der Beanspruchungsklassen werden die Dichtungsbahnen in Eigenschaftsklasse kategorisiert. Darüber hinaus erfolgt einen Einteilung nach der Qualität der Flachdachabdichtung in die sogenannten Anwendungskategorien: K1 ist die Standardausführung, eine Dachabdichtung, die übliche Anforderungen erfüllt. K2 ist die hochwertige Ausführung, eine Dachabdichtung, an die durch höherwertige Gebäudenutzung oder durch erschwerten Zugang erhöhte Anforderungen gestellt werden.

Kunststoffbahnen entsprechen der Eigenschaftsklasse E1 und werden in allen Beanspruchungsklassen des Daches einlagig verlegt. Je nach Anwendungskategorie K1 oder K 2 sind gemäß Werkstoffgruppe unterschiedliche Mindestnenndicken der Bahnen einzuhalten. Die Nenndicke ist definiert als die Dicke der Bahn ohne eventuell vorhandene Kaschierungen und Selbstklebeschichten.

Die einlagige Verlegung der Kunststoffbahnen erfolgt in der Regel lose. Die Windsogsicherung erfolgt dabei durch mechanische Befestigung oder mittels Auflast. Eine Sicherung durch Kleben ist auch möglich. Um die positiven Eigenschaften der Kunststoffbahnen, wie ihre Flexibilität, ausnutzen zu können sollte eine Verklebung nur punkt- oder linienförmig aufgebracht werden. Eine lose Verlegung ist im Falle einer Instandsetzung und am Ende des Nutzungszeitraums von großem Vorteil: Kunststoffdichtungsbahnen lassen sich leicht und sortenrein wieder ausbauen.